Es geht besser besser. Elektronische Musik in zwei Teilen - Quartett Version

Finished 2011
Ensemble und Vierkanal-Zuspiel
duration: 16'


„...besser, immer besser, besser besser
denn wir haben viel geschafft in letzter Zeit.
Es geht weiter weiter weiter, immer weiter weiter weiter
wenns noch weiter geht dann geht es fast zu weit.“

Die seichten Schlager der 50er Jahre tragen den Exzess schon in sich. Die Musik und die Texte sind von so ausgesuchter Harmlosigkeit, dass Ausschweifungen, Brutalität, Maßlosigkeit und Kontrollverlust geradezu schreiend als virtueller Gegenpart vorhanden sind. Häufig wird schon in den Texten in schulmeisterlich leerer Drohung gewarnt: Treibs nicht zu wild, sonst ...
Der Exzess droht in zwei Richtungen abzugleiten; nach oben in ein Leben voller Rausch und Genuss, und nach unten in die Depression. Beide Formen der unproduktiven Verschwendung stören das Weltbild des Schlagers empfindlich, und so muss neben den Warnungen vor Übertreibungen auch immer wieder daran erinnert werden, wie gut es uns doch geht.
Der Traum von einem gut situierten, braven Durchschnittsmenschen scheint fragil und leicht zum platzen zu bringen durch das, was man pathetisch „leben“ nennen könnte.
Beide Teile von „Es geht besser besser...“ sind aus den Klängen eines Schlagers entstanden. Im ersten Teil ist dieser seziert, die Struktur narrativ. Der zweite Teil bringt alles, was im Schlager klingt, gleichzeitig.


„...besser, immer besser, besser besser
denn wir haben viel geschafft in letzter Zeit.
Es geht weiter weiter weiter, immer weiter weiter weiter
wenns noch weiter geht dann geht es fast zu weit.“

The Schlager music from Germany from the 50th already contained its own excess. Lyrics and Music are from such harmless banality that debauchery, brutality, exorbitance and loss of control are always present as the virtual counterpart of what is sounding. Not by chance a lot of the lyrics warn the audience not to exaggerate things, “elsewhise…”.
The excess threatens to break out in two directions: “Up”, towards a life full of pleasure and exhilaration, or “Down”, towards depression. Both ways of excess disrupt the ideological system of the Schlager so that besides warnings in most text we are remembered how well our life is and how lucky we are.
The dream of a well-off, brave standard human being seems to be fragile and easy to break by - what we could call in a pathetic way: life. Both parts of „Es geht besser besser...“ are made of sounds from a German Schlager from the 50th and move it towards excesses. While in the first part the song is dissected and the structure is narrative, the second part is a simultaneous playback of all sounds, reverberated until it is “smoothed out” in a drone.

Score:



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Apr 16th, 2018
Berlin, Radialsystem, KNM @ Radialsystem


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