21 Songs in a Public Surrounding

in progress
Fg., Tr., Perc., Keys, Vl., Vc., Performerin, Playback
duration: Durational


Knallbunt, laut und mit anarchischer Freude ziehen Musiker:innen des Berliner Ensembles MAM gemeinsam mit der Poetin und Performerin Mara Genschel in die B-Ebene der Hauptwache. An drei Tagen im April durchbrechen sie den geschäftigen Alltag unter der Stadt und laden ein, gemeinsam den Augenblick zu zelebrieren und sich dem Ort zu öffnen: Der B-Ebene selbst, mit ihren Klängen, Gerüchen und Menschen, den Möglichkeiten der Freiheit, alles auch ganz anders Wahrzunehmen.
Sie laden ein, für einen kurzen Moment sich und den Moment zu feiern, trotz und wegen all dem, was an Unabgegoltenem, Unfertigem, unmöglichen, womöglich Peinlichem unter die Oberfläche der Stadt dringt. Die Gruppe selbst, ein „Kollektiv“, verarbeitet in seinen Songs einen wilden Mix aus energetischer Musik, Bekenntnis und normalerweise gut geschützten Unsicherheiten, die es durch seine Eingriffe in den öffentlichen Raum quer durch Europas Untergrundpassagen aufspürt. Wer sind diese Wesen? Ihre Namen klingen wie Passwörter. Von den „Menschen“ distanzieren sie sich stets durch Anführungszeichen. Anscheinend reisen sie durch die Zeit. Sind sie posthuman? Aliens? Oder einfach nur verkleidete Sozialarbeiter*innen?

Alle dreißig Minuten gibt es darüber hinaus im Klangraum des DIALOGMUSEUMS die Möglichkeit, sich in kurzen Hörstücken in U-bahnpassagen quer durch Europa versetzen zu lassen und mehr aus den Berichten dieser merkwürdigen Gruppe zu erfahren.

„Es gibt allerdings noch einen größeren, und damit meine ich, $chlange, viel umfassenderen Auftrag, dem das eifrige Tun, tagein, tagaus, unserer Gruppe gilt. Diesen auszusprechen bedarf es einigen Mutes. Da ich, $chlange, jed. inzwischen das Gefühl nicht loswerde, dass das Verschweigen dieses Auftrages nicht nur sein Verdrängen in meines, $chlanges, Bewusstsein nach sich zieht, sondern auch in jedes einzelnen der anderen Bestandteile unserer Gruppe („Bewusstsein“), will ich, $chlange, ihn nun hier beinahe „en passant“ und ohne großes (weiteres) Aufheben benennen: Wir sollen nämlich eigentlich die Welt retten. (20.08.1982, Prag - Muzeum)“


21 Songs ist eine Produktion von Hannes Seidl & Briefkastenfirma GbR in Kooperation mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm, basis Frankfurt e.V. und dem DIALOGMUSEUM Frankfurt. Gefördert durch das Kulturamt Frankfurt am Main und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Teile der Arbeit wurden ermöglich durch das „Karl-Sczuka-Recherchestipendium“, das jährlich in Zusammenarbeit von SWR und dem Goethe-Institut vergeben wird.


Upcoming Performances:


Apr 27th, 2023
Frankfurt
21 Songs (UA), DIALOGMUSEUM und B-Ebene, Hauptwache, 18:00 21 Songs more info
Apr 28th, 2023
Frankfurt
21 Songs, DIALOGMUSEUM und B-Ebene, Hauptwache, 18:00 21 Songs more info
Apr 29th, 2023
Frankfurt
21 Songs, DIALOGMUSEUM und B-Ebene, Hauptwache, 18:00 21 Songs more info





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