Die Illusion zu erzeugen, dass die Zeit dynamisch und bedeutsam vergeht

Finished 2007
Schlagzeug und Vierkanal-Zuspiel
duration: 15'


Hintergrundmusik, Soundtrack oder das Hören mit Ipod, Walkman etc. überlagert die ortsbezogenen Klänge mit Musik, meist mit dem Zweck diese als öde oder störend empfundenen Klänge in ein rhythmisch, harmonisch und emotional vereinfachendes Gerüst einzubetten, zu kontextualisieren, um "die Illusion zu erzeugen, dass die Zeit dynamisch und bedeutsam vergeht" (Murray Schafer). Die Komplexität der Umweltgeräusche - sowohl in Bezug auf ihr Spektrum als auch ihre Übercodierung - schlägt in Rauschen um, in Redundanz. Durch Abspielen von Aufzeichnungen der Umweltgeräusche in nahezu stillen Räumen (akustische "White Cubes"), bzw. dem Wechselspiel von Stille, Einzeltönen und Außenaufnahmen wird er Fokus auf die Komplexität gerichtet; Durch das Wechselspiel werden die Klänge narrativ, sie werden durch die reduzierte Klanglichkeit des Schlagzeugs nicht eingebettet; die Klänge kommentieren sich. Letztlich geht es mir, wie so oft, um Oberflächenbetrachtung, und nicht darum, "tiefere Wahrheiten" im Material zu suchen. Ziel ist, die Klänge, die sind, miteinander in Verbindung zu bringen, und auch mit der Trennung von Musik und Nicht-Musik, dokumentarischem Material und rein intervallisch aufeinander bezogenen, letztlich abstrakten Tongeflechten, Lautsprecher und Konzertraum zu spielen, war mein Ausgangspunkt für dieses Stück. Es ist für Frank Thomé geschrieben, mit dem ich viel gearbeitet habe und dem ich herzlich danken möchte.
Die Elektronik wurde am ZKM entwickelt.




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Diesseitig


Released: Jun 2008 more info

Eine Analyse der Verwendung von Alltagsgeräuschen in der Musik von Michael Maierhof, Bernhard Gander und Hannes Seidl. Erschienen in: positionen. Texte zur aktuellen Musik. Heft 76: Alltag

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