Zimmerrauschen

Finished 2012
Electronics
duration: 8'12''


Die Präsenz des Tonträgers als eigenständiges Medium kommt in dem 2009 komponiertem Hörstück Zimmerrauschen in größter Deutlichkeit zum Tragen. Die Klänge der Kontrabassklarinette sind das Resultat einer Montage aus Materialien, die während einer zweitägigen Aufnahmesession entstanden, wobei die Tonabnahme ausdrücklich gegen jede Form der „natürlichen“ Hörwahrnehmung realisiert wurde; Mikrofone waren sowohl im Inneren des Instruments angebracht als auch in Entfernungen bis zu zehn Metern postiert. Zimmerrauschen arbeitet mit aneinandergeschnittenen Versatzstücken, die einen permanenten Wechsel der Hörperspektive abbilden – vom schalltoten zum überakustischen Raum,immer wieder unterbrochen von digitaler Stille. Die Klänge der Kontrabassklarinette werden zudem mit Umgebungsklängen konfrontiert, wobei „Umgebung“ hier in drei verschiedenen Erscheinungsformen Platz greift: Geräusche,die „von außen“ kommen (vorüber- fahrende Autos oder eine Waschmaschine im Schleudergang), solche, die das Medium selbst produziert (der Lesekopf des CD-Players, aufgenommen mit elektromagnetischen Spulen), und schließlich Musikfragmente,die erneut eine Ebene von Rückschau und Ausblick innerhalb des Tonträgers einziehen, auf dem das Stück ursprünglich erschienen ist, die aber auch unabhängig davon im Sinne einer Erweiterung des Begriffs "Umgebungsklang" funktionieren.
Michael Rebhahn


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Past Performances:


Dec 16th, 2017
Radio, WDR 3, Szene Frankfurt


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